Meine 10 Tipps gegen Neurodermitis

Seit der frühen Kindheit leide ich unter Neurodermitis, vor allem im Gesicht. Heute bin ich 37 Jahre alt und habe die Krankheit leider immer noch. Hinter mir liegen unzählige Tipps von Freunden, zig Hautärzte, viele Cremes mit und ohne Cortision, Kuren an der Nordsee, Bestrahlungen und Diäten. Ehrlich gesagt hat das Meiste nur kurz oder gar nicht geholfen. Nach so vielen Jahren mit dieser fiesen Krankheit habe ich aber dennoch 10 Tipps gegen Neurodermitis, die zumindest bei mir persönlich sehr gut helfen. Vielleicht helfen Sie auch bei dir?

Gerade bei Neurodermitis (Atopisches Ekzem) gibts immer wieder Dinge, die bei einigen Leuten funktionieren und bei anderen Leuten überhaupt nicht. Natürlich gebe ich in diesem Blog keine ärztlichen Ratschläge sondern berichte lediglich darüber, was bei mir am besten hilft.

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Viel Schlafen

Sofortige Besserung bei Neurodermitis

Viel Schlafen hilft

Keine Creme und kein Medikament hilft meiner Haut so gut wie regelmäßiger, guter Schlaf. Wenn ich nach einer harten Arbeitswoche am Samstag schön ausgeschlafen habe, sehe ich aus wie ein neuer Mensch. Mir reichen auch unter der Woche keine 6-8 Stunden Schlaf. Durch das dauernde Kratzen im Schlaf ist der Körper immer mal wieder wach, auch wenn ich das nicht mitbekomme. Deswegen brauche ich eher 8-10 Stunden Schlaf, um am nächsten Tag halbwegs fit zu sein. Leider klappt das in den seltensten Fällen.

Bei Neurodermitis: Kein Stress!

Leichter gesagt als getan…

Stress schadet der Neurodermitis

Neurodermitis ist natürlich keine rein psychische Erkrankung. Aber der Kopf spielt zumindest bei mir eine große Rolle. Ich würde sogar sagen, dass der Faktor Stress bei mir 60-70 Prozent ausmacht. Der Rest ist dann Ernährung, Umwelt und zu wenig Schlaf. Sobald ich mich mal wirklich zwei Wochen lang im Urlaub erholt habe, sieht die Haut deutlich besser aus. Wenn man dazu noch im Meer badet (Salzwasser!) und etwas Sonne tankt, wird es noch besser. Aber würde dieser Effekt auch dauerhaft anhalten? Wenn jemand Erfahrungen dazu hat, würde es mich sehr interessieren.

Regelmäßig in die Sauna

Gut für die Entspannung und Durchblutung

Tipp bei Neurodermitis: Regelmäßig in die Sauna

Ich kann dir nicht sagen, ob die Sauna bei mir einfach nur den Stress reduziert oder wirklich eine heilende Wirkung für die Haut hat. Aber: Bei mir hilft es sehr gut. Sobald sich der Hochsommer in Deutschland verabschiedet, gehe ich ein Mal pro Woche in die Sauna. Dort kann ich locker 4-5 Stunden verbringen und in dieser Zeit drei Saunagänge machen. Ich fühle mich am besten, wenn ich nach dem Saunagang richtig kalt Dusche oder sogar noch ins Tauchbecken gehe. Ganz am Ende creme ich mich dann mit einer fetthaltigen Creme ein, nicht zwischendurch. Dann würde die Haut schlechter schwitzen können – und das ist ja der Sinn der Sache.

Encasings für Bettwäsche

Schutz gegen Milbenkot

Encasing bei Hausstaubmilben-Allergie

Ehrlich, ich habe verdammt viele Allergien. Nicht nur gegen Nahrungsmittel sondern auch gegen Tierhaare, Gräser, Blüten und vor allem: Hausstaubmilben. Seit mehreren Jahren mache ich eine Desensibilisierung für Gräser und Hausstaubmilben. Jeden Monat bekomme ich bei meinem HNO-Arzt eine Spritze in den Arm. Das soll den Körper an den Stoff gewöhnen und die Allergie langsam abschwächen. Trotzdem sind die Nächte für mich immer noch am schlimmsten. Während ich den Juckreiz tagsüber ganz gut im Griff habe, gehts nachts unkontrolliert zur Sache. Scheinbar im Tiefschlaf, ich bekomme kaum etwas vom Kratzen mit. Dabei reibe ich mir auch die Augen, die am nächsten Tag ziemlich rot sind. Meine Arbeitskollegen denken vermutlich, dass ich ein starker Kiffer bin 🙂 Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Hausstaubmilben da eine Rolle spielen. Deswegen habe ich seit einigen Monaten die komplette Bettwäsche mit Encasings eingepackt. Das sind Bezüge für Kopfkissen, Bettdecke und Matratze, die keine Milben durchlassen. Ich bilde mir ein, dass es einen positiven Effekt auf meinen Schlaf hat, wenn auch nicht immer. Meine Krankenkasse übernimmt die rund 150 Euro für die Encasings ein Mal im Jahr, insofern macht es für mich durchaus Sinn.

Im Meer baden

Klassiker bei Neurodermitis

Im Meer baden hilft mir bei Neurodermitis

Wenn mich jemand fragt, was meine persönlichen Tipps gegen Neurodermitis sind, würde ich zuerst immer Entspannung, Sonne und Meer aufzählen. Sobald ich irgendwo Urlaub am Meer mache, probiere ich zwei Mal pro Tag baden zu gehen. Egal ob das Wasser schön warm oder eher erfrischend ist. Nach dem Baden ein paar Minuten in der Sonne trocknen und nach wenigen Tagen ist meine Haut ziemlich gut. Ein Ritual, das bei mir ziemlich verlässlich funktioniert.

Aber vorsicht: In den ersten Tagen kann es schon ziemlich stark auf der Haut brennen. Nach dem dritten oder vierten Mal im Meer wird es aber besser. Es gibt momentan auch voeöe Leute, die auf sogenannte Duschsole (bei Amazon ansehen) schwören. Das ist ein Brei aus Meersalz, den man sich beim Duschen auf die Haut schmiert und ein paar Minuten einwirken lässt. Bei zwei Mal täglicher Anwendung soll schnell Besserung eintreten. Ich teste diese Duschsole gerade mal an den Beinen und berichte hier, ob es geholfen hat.

Guter Hautarzt für Neurodermitis

Gar nicht so einfach zu finden

Hautarzt für Neurodermitis

Einen richtig guten Hautarzt für Neurodermitis zu finden, ist wirklich schwer. Ihr glaubt nicht, was ich alles schon erlebt habe. Ich habe oft das Gefühl, dass der Arzt gar nicht richtig zuhört und gleich die volle Ladung Kortison verschreibt. Nicht falsch verstehen, Kortison ist in einigen Fällen sicher gut und wichtig. In Maßen und mit langen Pausen nutze ich es auch mal. Aber es fühlt sich schon doof an, wenn der Arzt statt zuzuhören gleich die Kortison-Keule schwingt. Ich habe einige gute Hautärzte über das Bewertungsportal Jameda (zur Homepage) gefunden. Dort werden Ärzte von anderen Patienten bewertet und man kann in seiner Region suchen.

Sonne, aber in Maßen

Auf die richtige Dosis kommt es an

Sonne hilft mir bei Neurodermitis

Dieser Tipp ist vermutlich ziemlich unvernünftig, aber bei mir persönlich hilft es ziemlich gut: Sonne! Natürlich kommen bei Sonne meist auch noch andere Faktoren wie Urlaub, Entspannung oder Meerwasser hinzu. Ich habe aber das Gefühl, dass mir kurze Sonnenbäder ganz gut helfen. Also keine stundenlangen Sessions am Strand in der prallen Sonne. Eher mal ne Stunde im Halbschatten oder ein schöner Spaziergang am Wasser. Diese Tipps gegen Neurodermitis muss jeder am besten selber ausprobieren. Generell ist zu viel direkte Sonne natürlich gefährlich und fördert Hautkrebs. Dieses Foto von mir ist übrigens auf Mallorca entstanden. Ich bin gerne auf der Insel, dort finde ich Entspannung, Sonne und Meer. Wenn du der kalten Jahreszeit in Deutschland entfliehen willst, kann ich sehr die Insel Sansibar in Tanzania (Afrika) empfehlen. Hier findest du unseren Reisebericht und Hotels.

Eucerin AtopiControl

Für die tägliche Pflege bei Neurodermitis

Eucerin AtopiControl Neurodermitis-Pflege

Gleich vorweg: Ich bekomme für diesen Tipp kein Geld von dieser Firma (es sei denn, ihr kauft etwas über einen Affiliate-Link in diesem Blog). Aber die AtopiControl von Eucerin nutze ich tatsächlich seit fast zehn Jahren. Früher hieß die Creme noch anderes, ich glaube Omega-Lotion oder so. Das war ziemlich verwirrend, als die Namen geändert wurden.

Warum ich diese Creme so gerne mag? Ich nutze sie jeden Morgen nach dem Duschen. Gerade nach einer harten Nacht mit viel Kratzen glättet sie die Haut schnell und lässt etwas die Rötungen im Gesicht verschwinden. Das ist ganz angenehm, wenn man keine Lust auf die mitleidigen Blicke bei der Arbeit hat. Ich habe auch das Gefühl, dass die Creme mindestens einen halben Tag Feuchtigkeit fürs Gesicht spendet und ich tagsüber auch garkeinen Juckreiz spüre. Es gibt von dieser Firma auch noch unzählige weitere Produkte für Neurodermitis, die hab ich alle noch nicht richtig getestet. So eine 400ml-Packung ist mit rund 20 Euro ziemlich teuer, bei mir hält sie allerdings auch mehrere Monate, da ich sie primär fürs Gesicht verwende.

Alkohol bei Neurodermitis

Eindeutig negative Wirkung auf die Haut

Alkohol schadet bei Neurodermitis

Was habe ich seit meiner Kindheit schon alles an Diäten ausprobiert: Nur Soja, kein Zucker, kein Weizen, keine Milch, keine Kartoffeln, Hefe, usw. Aber keine Diät hat wirklich einen klaren Erfolg gebracht. Einige Ärzte sagen, dass ich so viele Nahrungsmittelallergien habe, dass eine Diät keinen Sinn macht. Dann würde ich verhungern 🙂

Also esse und trinke ich seit einiger Zeit einfach das, worauf ich gerade Lust habe. Natürlich probiere ich dabei, mich möglichst gesund zu ernähren. Wenig Fertigprodukte, wenig Zucker und – wenig Alkohol. Wobei mir Letzteres am schwersten fällt. Ich gehe einfach sehr gern feiern und trinke dann auch Alkohol. Die Quittung kommt meist nach 1-2 Tagen: Die Haut wird im Gesicht deutlich schlechter. Bei keinem Nahrungsmittel sehe ich einen so unmittelbaren Zusammenhang wie bei Alkohol. Ich kann wirklich die Uhr danach stellen. Deswegen ist einer meiner Tipps bei Neurodermitis: Wenn möglich, so wenig Alkohol wie möglich trinken. Auch wenn es schwer fällt.

Kratzhandschuhe

Hilft gegen Kratz-Attacken im Schlaf

Kratzhandschuhe für Neurodermitis

Ich habe generell das Problem, dass ich den Juckreiz tagsüber sehr gut im Griff habe. Dafür ist es nachts um so schlimmer. Und ich merke es noch nicht mal. Ich kratze mich scheinbar im Tiefschlaf und sehe morgens dementsprechend schlecht aus. Auch die Schlafqualität leidet bei mir massiv darunter. Ich bin erst nach 8-10 Stunden richtig ausgeschlafen, weil ich nie richtig durchschlafen kann.

Einer meiner Tipps bei Neurodermitis sind deswegen Kratz-Handschuhe. Die Dinger auf dem Foto sind vielleicht etwas zu dick 🙂 Aber es gibt spezielle Handschuhe für Leute mit Neurodermitis, damit man sich im Schlaf nicht so doll kratzen kann. Diese Handschuhe gibt es sowohl für Kinder als auch für Erwachsene. Ich habe es anfangs mit normalen, dünnen Baumwollhandschuhen probiert. Das hat leider nicht geklappt, weil ich mir diese Handschuhe im Schlaf selber ausgezogen habe, ohne es zu merken. Dann habe ich Handschuhe gefunden, die einen Klettverschluss zum fixieren haben. Und damit funktioniert es deutlich besser.

Kalt Duschen

Einer meiner Tipps bei Neurodermitis

Kaltes Duschen

Ich bin 37 Jahre alt, das kalte Duschen hab ich mir schon als Jugendlicher angewöhnt. Okay, ich dusche nicht nur kalt. Morgens stelle ich mich fünf Minuten lang unter die warme Dusche und drehe am Ende, die letzten 1-2 Minuten das Wasser immer kälter. Ich habe das Gefühl, dass diese Technik nicht nur dem Kreislauf, sondern auch der Haut ganz gut hilft. Nach dem Duschen creme ich mich dann noch ein und bin damit gerüstet für den Arbeitstag.

Viele Leute sagen, man sollte bei Neurodermitis generell möglichst wenig Duschen, weil es die Haut austrocknet. Das mag sein, ich habe es mal ein paar Tage ohne Duschen probiert und keine Änderung festgestellt. Außerdem brauche ich dieses morgendliche Ritual für mein Wohlbefinden, und das hilft schließlich auch. Ich verwende beim Duschen übrigens niemals irgendwelche Shampoos oder Seifen. Wirklich gar nichts. Und mir hat noch nie jemand gesagt, dass ich unangenehm riechen würde.

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